Schweden Roadtrip Teil 2 - Von Smögen nach Stockholm
Von Smögen ging es zu meinem Stellplatz Fredriks sjö- eine See für Angler in der Nähe von Vänersborg. Der kleine See ist bei Google maps nur über die Satelitenfunktion sichtbar. Der Morgen fing regnerisch an und ich konnte mir Zeit lassen. Auch die Wetterprognosen sahen für die nächsten Tage nicht all zu rosig aus. Da ich selber duschen wollte und mein Geschirr abgewaschen werden wollte, war mein nächstes Ziel Mariastad. Auch wenn ich mal freistehe, hinterlasse ich keine Abfälle in der Natur, auch kein Spülwasser. Der Weg bis Mariastad war nicht weit, daher besuchte ich vorher noch einen kleine Nationalpark in Källstorp. Auf dem Weg dorthin sah ich einen wunderschönen Regenbogen. Der Regen hatte auch aufgehört.
Am Eingang des kleinen Gebietes waren drei verschiedene Wanderungen ausgeschildert. Ich nahm alles mit, Regenjacke, Wasser und einen Snack. Dann ging es auch schon los in die Natur. Das Wandergebiet liegt am großen Vänern See. Auf dem Parkplatz standen noch zwei Autos, aber ich bin niemanden begegnet. Die Natur hier war ganz anders als an der Küste, hohe Bäume, Gräser, Moos - alles in den verschiedensten Grüntönen. Die Wanderung führte mich über verschieden Bohlensteege, an Grillplätzen vorbei und zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke auf den See. Zwischendrin gab es dann noch einen Regenschauer, der war zum Glück nicht lang und ich hatte entsprechende Kleidung an.
Nach einer Weile kam ich dann an einer typisch schwedischen Schutzhütte. Hier kann man sich aufhalten oder übernachten. Unweit der Schutzhütte war wieder ein Grillplatz. Bei den Schweden ist vieles auf das Leben in der Natur ausgelegt, ideal für Wander- oder Radreisende. Bei Regen braucht man kein Zelt aufbauen, sondern kann in Schutzhütten, wie dieser, oder in Scheltern, übernachten. Meist gibt es auch Toiletten und die sind immer sauber. Man kann überall in Schweden auf die öffentlichen, kostenlosen WC gehen. Gut für mich.
Trotz kurzem Regenschauer hat sich die kleine Wanderung gelohnt. Im Alltag würde ich bei Regen normalerweise nicht losgehen, wenn man aber erstmal unterwegs ist, die richtige Kleidung an hat, merkt man wie schön es trotz Regen sein kann. Nur auf den Holzbohlen war es etwas rutschig. Anschließend ging es zum Campingplatz in Mariastad- was für ein schöner Name. Bei der Ankunft empfing mich die Sonne und ich ließ den Tag ruhig ausklingen, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am See.
Morgens ein Regenbogen und Abends ein traumhafter Sonnenuntergang.
Für den heutigen Tag war bestes Wetter vorher gesagt und ich entschied mich für eine Radtour, die ich mir vorher bei Komot rausgesucht hatte. Mittlerweile sind Komot und ich Freunde- zumindest fast immer. Dazu später mehr.
Nachdem Frühstück machte ich mich fertig. Wasser, Snacks und eine Regenjacke- man weiß hier leider nie so genau, ob es nicht doch zwischendrin mal regnet. Zunächst ging es Richtung Hafen Mariastad, vorbei an ganz vielen Wildgänsen, durch Wälder, an einer kleinen Kirche vorbei nach Sjörtorp. Sjötorp liegt an der Mündung des Göta-Kanals in den Vänern.
Sjortorp fand ich ziemlich malerisch. Es gab einen Wohnmobilstellplatz mit WC und Duschen. Ich denke, hier kann man gut zum Zwischenstopp halten. Die Sonne lachte und mir fiel wieder ein, dass ich die Sonnencreme zu Hause vergessen hatte. Die Tagestemperaturen liegen meist zwischen 16 und 20 Grad, aber wenn die Sonne raus kommt, fühlt sich das gut und gerne wie 25 Grad an.
Die nächsten 20 km sollten mich entlang des Götakanals führen. Es war wunderschön, vorbei an vielen kleinen Schleusen, Wäldern und Wiesen. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. An einer dieser Schleusen machte ich dann meine Mittagspause und merkte, wie gut es mir ging. Manchmal braucht es echt wenig zum Glücklichsein.
Nach der Stärkung ging es weiter Richtung Töreboda. Entlang des Kanals gibt es ein paar Cafés und auch so einige Stellplätze. In Töreboda habe ich dann auch endlich mal ein Boot gesehen. Außerdem gab es noch einen Eisstopp für mich, ein Kaffee wäre mir lieber gewesen. Dennoch hat sich der Eisverkäufer über einen Gast und etwas Smalltalk gefreut. Von hier aus waren es dann noch ca. 20 km zurück nach Mariastad. Irgendwie hatte ich nicht auf dem Schirm, dass es hauptsächlich eine Bundesstraße entlang ging. Hatte ich wohl nicht richtig gelesen.
Neben der Strecke, die jetzt nicht mehr ganz so schön war, gab es auch noch richtigen Gegenwind und die Kilometer flogen nicht mehr dahin. Kurz vor Mariastad schickte mich Komot einen Weg entlang, der dann vor einer Großbaustelle an der Autobahn endete. Die eingestellte Tour war wohl schon etwas älter. Ich konnte zwar die Straße, auf der ich weiter fahren sollte sehen, aber zwischen uns lag die Autobahnbaustelle. Ich war ein wenig ratlos und nach knapp 60 km auf dem Rad auch etwas k.o.. Zum Glück war Sonntag und auf der Baustelle war niemand. So habe ich mein Rad darüber geschoben und eine Stelle gesucht, wo ich einigermaßen gefahrlos auf die andere Straßenseite gelangen konnte. Es herrschte viel Verkehr. Ein netter Busfahrer hielt an und ließ mich queren. Das war ganz schön aufregend.
Letztendlich ging es an der Kirche durch die Altstadt dann zurück zum Campingplatz, wo eine warme Dusche und Essen auf mich warte.
Am nächsten Morgen ging es zum Tiveden Nationalpark. In der Nähe hatte ich gestern schon einen Platz auf einem Campingplatz reserviert. Die Bestätigung kam während meiner Radtour telefonisch von einer Dame, die sehr gut deutsch sprach.
Bevor es los ging, musste ich aber erstmal einkaufen und tanken. Ich habe sogar an Sonnencreme gedacht, nur leider zeigte sie sich an dem Tag nicht mehr wirklich. Mittags kam ich dann am Parkplatz an und habe mir eine Wanderroute über ca. 10 km rausgesucht. Am Eingang selbst waren viele Wanderwege ausgeschildert. Man erkannte sie an verschiedenen Farben und hatten unterschiedliche Längen. Meine begann mit schwarz und gelb, wurde später blau und dann rot. Komot hatte mir also eine eigene Route vorgschlagen. Nach ca. 1,5 km begann es leider zu regnen. Da die Route durch einen Wald ging und die Regenklamotten schützten, war es nicht so dramatisch- zumindest was die Nässe von oben anging. Der Weg war teilweise sehr rutschig.
Während der Wanderung kam ich immer wieder an einen kleinen Seen vorbei. Es ging auf und ab, über große und kleinere Steine, verwurzelte Wege und manchmal auch Treppen. Manchmal konnte man den Weg kaum erkennen und musste immer wieder nach vorne schauen, damit man die Bänder an den Bäumen sah. Ich fand die Wanderung schön, aber auch sehr anstrendend. Normale Wanderwege gab es nicht, ich musste immer aufpassen und mich konzentrieren, damit ich nicht stolpere oder aussrutsche. Für Menschen mit eingeschränkter Mobiltät ist das nichts. Am Ende waren das dann 11,5 km und ich war froh wieder am Parkplatz zu sein. Vielleicht steckte mir auch noch die Radtour von gestern in den Knochen.
Trotzdem kann ich den Nationalpark empfehlen, ist wie ein kleiner Zauberwald und wahrscheinlich fühlt sich so Waldbaden an. Danach ging es auf den Campingplatz, den ich für zwei Nächte gebucht hatte. Den nächsten Tag wollte ich einen Pausentag einlegen und mal nichts machen. Der CheckIn klappte problemlos und ich hatte einen schönen Stellplatz und war erledigt, so dass ich recht bald ins Bett ging.
Auf dem Campingplatz gab es eine Sauna, das wäre doch perfekt, dachte ich. Leider war sie für den Tag schon ausgebucht. Sehr schade! Man kann sie privat nur für sich buchen. Vielleicht beim nächsten mal. Den Tag habe ich trotzdem genossen. Ich war ein wenig am See Unden spazieren, saß am See und schaute aufs Wasser und in die Wolken. Auch wenn ich mittlerweile sehr releaxt bin, gelingt es mir nicht immer, einfach nur im hier und jetzt zu sein. Irgendwie denke ich immer noch, das und das muss noch gemacht werden, einfach mal nichts tun und sich wirklich ausruhen, fällt mir schwer.
Trotzdem hatte ich Zeit zu lesen, mir einen Salat zu machen, ausgiebig zu duschen und das alles ohne Eile. Mir hat es auf dem Campingplatz, er heißt Camping Tiveden, richtig gut gefallen und wenn ich nochmal hierher komme, bleibe ich bestimmt 3-4 Tage. Er liegt wunderschön am See, man kann Kanuˋs oder SUPˋs ausleihen, es gibt viele Feuerstellen mit entsprechendem Holz dazu, die Sauna und richtig abgeschieden in der Natur. Um den Campinplatz gibt es auch noch einige Wanderwege. Einfach richtig schön, dazu noch nette Betreiber, einen Bröttchenservice und einen kleinen Shop und Souvenirladen- wo ich mir bei Auschecken eine Schwedentasse als Sourvenir gelauft habe.
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen vom Tiveden Nationalpark und es sollte weiter Richtung Stockholm gehen. Ich hatte mir einen kleinen Natioanalpark bzw. ein Landschaftsschutzgebiet in der Nähe von Örebro rausgesucht. Oset and Rynningeviken ist ein Reservat, in dem man Vögel beobachten kann.
Das Reservat ist recht übersichtlich, aber dennoch schön. Es waren viele Jogger unterwegs, einige Radfahrer und einige Spaziergänger oder Ruhesuchende, die einfach auf einen der viele Bänke saßen und die Natur genossen. Diesmal bin ich ohne Komot gelaufen, hatte mir nur zur Orientierung die Karte des Parkes abfotografiert.
Gleich zu Beginn begrüßten mich zwei Enten und ein großer See.
Am Ufer des Seeˋs entlang gab es immer wieder Vogelbeobachtungsstationen, aber natürlich auch Grill- bzw. Feuerstellen. Die sind wirklich weit verbreitet in Schweden. Zurück ging es dann durch das Landesinnere, dass hat schon ein wenig was von Urwald, dicht bewachsen und mit viel grün. Außerdem schön Holzbrücken und kleine Holzstege.
Am Ende meines Weges bin ich dann noch an einem Bücherregal vorbei gekommen. Tolle Idee, falls man sein vergessen hat. Leider nur schwedische Bücher. Dann sah ich doch tatsächlich noch zwei andere weiße Vögel, wahrscheinlich eine Art Reiher. Insgesamt war ich dann doch gute zwei Stunden unterwegs. Ich bin immer wieder überrascht, wie vielfältig die Natur hier ist. Überall gibt es anderes zu entedecken.
Danach ging es weiter zum Übernachrungsplatz. Freistehen war angessagt. Angekommen, gab es erstmal einen Kaffee und eine Zimtschnecke, die ich mir morgens noch auf dem Campingplatz gekauft habe. Es war wieder ein schöner Platz, direkt an einem kleinen Fluss und hier habe ich zum ersten Mal Mücken im Urlaub gesehen. Ansonsten habe ich das Gefühl, die große Mückenzeit ist vorbei, was wirkliich angenehm ist.
In der Nacht fing es heftig zu regnen an. Leider blieb es noch eine Weile so. Dann kam eine kurze Regenpause, die ich für die Morgenhygiene nutze. Danach verließ ich meinen Stellplatz, der eigentlich so schön lag und fuhr weiter Richtung Stockholm. Der Regen setzte wieder ein und ich fragte mich langsam, ob es eine gute Idee war, Sonnencreme zu kaufen. Das Wetter sollte nicht besser werden und daher machte ich einen Stopp an einem Outlet. Shoppen geht auch bei Regen.
Im strömenden Regen kam ich dann auf dem Campingplatz an und Besserung war nicht in Sicht. Kalt war es auch noch und da ich den Strom eh bezahlen musste, schloß ich meinen Heißlüfter an und machte Kaffee. In einer kurzen Regenpause war ich dann duschen. Leider habe ich erst nach dem Haarewaschen festgestellt, dass es hier in den Bäder keine Steckdosen gab. Das habe ich tatsächlich noch auf keinem Campingplatz gehabt. Es ist auch nicht besonders schön hier, aber die U-Bahn liegt fußläufig und bringt mich direkt in Centrum von Stockholm. Das war das ausschlaggebende Kriterium für den Platz.
Nachdem ich gegessen hatte, hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich nochmal kurz. Ich ging dann nochmal runter zum Strand. Ich hatte mich heute wenig bewegt. Zum Glück war das bisher der einzige Tag, wo es fast ununterbrochen geregnet hat. Morgen soll es besser werden.
Das war der zweite Teil meines Roadtrips.
Wer den ersten Teil nachlesen möchte, findet ihn hier: Schweden Roadtrip Teil 1 - Von Trelleborg nach Smögen
Den dritten Teil gibt es hier: Schweden Roadtrip Teil 3 - Von Stockholm nach Trelleburg
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Kommentare
Sieht alles so schön aus und ich bin beim Lesen und Anschauen gleich richtig ENTSPANNT!!