Schweden Roadtrip Teil 3 - Von Stockholm nach Trelleburg

 

Der nächste Morgen weckte mich mit Sonnenstrahlen und Stockholm wollte erkundet werden. Der Weg zur U-Bahn war wirklich nicht weit und in ca. 20 Minuten war ich in der Altstadt, Gamla Stan. Es war noch recht früh und daher noch nicht so voll. Ich musste mich erstmal orientieren und schlenderte durch die Gassen. Neben vielen Souvenir-Geschäften, gab es auch unzählige Bar´s, Restaurants und Cafés. Ich war auf der Suche nach einem Hafen, da ich eine Bootstour durch die Schären von Stockholm machen wollte. Da ich zwar einen Stadtplan hatte, aber nicht drauf geschaut hatte, landete ich natürlich erstmal in der falschen Ecke. Viele Brücken, viel Wasser und viele Touristen. Das war ein ganz schönes Kontrastprogramm zu den vorhergehenden Tagen.

 

 

Irgendwann hatte ich die richtige Stelle gefunden und ein Ticket gekauft. Bis zur Abfahrt waren es noch zwei Stunden, also Zeit Essen zu gehen. Dazu hatte ich noch nicht so viele Gelegenheiten. Schnell war ein gutes Restaurant gefunden und ich entschied mich für Köttbular und zur Feier der Tages ein Glas Weiswein dazu. Es war super lecker. Es gab Brot, Knäckebrot und einen Dipp vorher.  Ich liebe ja Knäckebrot und das hier war sehr lecker. Ich fragt die Kellnerin nach der Sorte. Sie kam dann mit Packung zurück, damit ich sie abfotografieren konnte. Das fand ich sehr nett. Hier gibt es soviele Sorten Knäckebrot und ich wollte mir welches mit nach Deutschland nehmen.

Nach dem guten Mittag hatte ich noch etwas Zeit und ging rüber nach Slusen. Dort gab einen Aussichtsturm, von dem man einen tollen Blick auf die Stadt hatte.

 

 

Dann war es Zeit für die Bootsfahrt und das entsprechende Schiff war schnell gefunden. Die Sonne lachte, ich trug nochmal Sonnencreme auf und dann ging es schon los. Stockholm und die dazugehörigen Schären vom Wasser aus zu erleben, war schon besonders. Vorbei an kleinen und größeren Inseln, an einsamen Häusern, aber auch großen Häuserblocks, konnte man etwas vom Lebensgefühl erahnen. Viel Grün, viel Wasser und herliche Luft. Zwischendrin gab es noch eine schwedische Fika für mich - Kaffee und Zimtschnecke.

 

 

Nach der Bootstour ging es noch etwas zu Fuß weiter. Die Sonne auf dem Boot war ganz schön kräftig und ich merkte das ich recht fertig war. Die U-Bahn war dann schnell gefunden und ich konnte den Rückweg antreten.

In Stockholm gibt es unzählige Museen und Ausstellungen. Wenn man die alle besuchen möchte, braucht man viel Zeit.

 

 

Für den zweiten Tag in Stockholm stand für mich das ABBA-Museum auf dem Programm. Ja ich bin ein heimlicher ABBA-Fan und ich wollte dieses Museum unbedingt besuchen. Diesmal ging es erst mit der U-Bahn in die Stadt und dann weiter mit der Fähre, die hier zum öffentlichen Verkehrsnetz gehört. Das Museum befindet sich auf der Insel Djurgarden. Neben vielen weiteren Mussen befindet sich hier auch der Vergnügungspark Gröna Lund. Ich hatte vergesssen, dass Wochenende war. Die Fähre war voll mit Familien. Gröna Lund mit seinen viele Fahrgeschäften, die man schon von weitem sieht, ist wohl ein beliebtes Ausflugsziel für die Stockholmer.

Ich hatte noch ein wenig Zeit vor dem Museums-Besuch. Diese nutzte ich für einen Spaziergang. Die Insel ist voll mit Museen, wie ein Spritmuseum, das Vasamuseum, Skansen und noch einige andere. Schon allein hier hätte man mehrere Tage verbingen können.

 

 

Danach ging zum Eingang, wo sich für den Zeitslot schon eine Schlange gebildet hatte. Es dauerte ein wenig, aber die Zeit wurde durch die Einlasser kurzweilig gestaltet, ABBA-Musik, befragen der Wartenden, wo sie denn herkommen und ein wenig die Vorfreude pushen. 

Das Museum war großartig. Es gab viel zu sehen und zu entdecken. Der Audioguide begleitete mich durch die Räume. Ich erfuhr über die Anfänge von ABBA, über Studioaufnahmen, das Nähen von Kostümen, die Alben und Songs und auch das Ende der Band. Zusätzlich gab es noch ein Kino und interaktive Angebote, wie sich alls 5.Mitglied mit auf die Bühne zu stellen und zu singen oder eine Silence-Disko. Ich war über zwei Stunden im Museum und fand es großartig. Nicht jeder mag die Musik, aber ich finde die Songs so zeitlos und sie machen gute Laune. Ich kann das Museum empfehlen, wenn man sich für die Band interessiert. Hier ein paar Bilder aus dem Museum. 

 

 

Noch ein Museum hatte keine Platz mehr für mich. Zurück ging es dann mit der Fähre nach Slussen, dort schlenderte ich noch ein wenig und besorgte noch ein paar Lebensmittel bevor es zurück ging. MIr hat Stockholm gefallen, jedoch zog es mich wieder an kleinere Orte und die Natur, wo es stiller ist. Viele Menschen und Laut habe ich auch in Berlin. Für den nächsten Tag stand eine längere Autofahrt an. So langsam musste ich mich mit der Rückreise beschäftigen. Es war schon klar, dass ich nicht alles schaffen werde, was ich gerne gesehen hätte. Da muss ich wohl ein weiteres Mal herkommen. 

Das nächste Ziel war das kleine Örtchen Eksjö. Eskjö liegt in Smaland und ist eine der am besten erhaltenden historischen Holzstädte. Eigentlich wollte ich vorher noch in ein Naturschutzgebiet in der Nähe, aber es regnete mal wieder und da wo ich hinwollte, waren wieder Wanderwege, wie im Tiveden Nationalpark- große Steine, viele Wurzeln und das ist bei Regen echt rutschig. Also fuhr ich gleich nach Eksjö und beschloss dort auf dem Campingplatz zu übernachten. Die Rezeption war nicht besetzt, aber es gab eine Telefonnummer, die man anrufen sollte. Beim Anruf sagte mir der freundliche Herr, wo ich die Zugangsarte finde und das ich mir einen Stellplatz aussuchen kann und morgen früh bezahlen soll. Einfach und unkompliziert. Nachem ich einen Platz gefunden hatte, nahm ich mir mein Fahrrad und ab in das Städtchen.

 

 

Ein wirklich bezaubernder kleiner Ort. Leider hatte auch hier vieles zu. Das ist der Nachteil an der Nachsaison. Bin dann noch ein wenig weiter geradelt und am See entlang zurück zum Campingplatz, der wirklich sehr leer und ruhig war.

 

 

 

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Kosta. Ich hatte mir einen Stellplatz direkt an einem Safarie Park rausgesucht. Die Plätze waren so angelegt, dass man direkt am Zaun stand. Nachdem ich den Stellpaltz bezogen habe, machte ich eine kleine Radtour. In der Region Kosta ist das Glasbläserhandwerk zu Hause. Man hätte hier durchaus ein Museum oder eine Glasbläserei besuchen können, mir war aber nicht danach. So fuhr ich durch die Wälder und hoffte insgeheim, dass ich Elche sehe. Genügend Schilder waren da. Leider hatte ich kein Glück, dafür gab es schöne Wege, vorbei an roten Häusern und natürlich Seen, Davon gibt es hier unendlich viele. Dann zurück zum Stellplatz und hoffen, dass ich abends Tiere sehe.

 

 

Leider ließen sich weder am Abend, noch am Morgen Tiere blicken, außer einem Wildschwein. Sonst nichts, kein Rotwild, kein Bison und kein Elch. Ich hatte auch keine Lust mit dem Auto durch den Park zu fahren. In 5 km Entfernung war ein Elchpark. Da bin ich dann hin und konnte die Tiere aus der Nähe betrachten und beobachten.

 

 

Der Park war liebvoll angelegt und es gab mehrer Schautafeln - alles rund um den Elch, Größe, Fortpflanzung, was er frißt und auch über die Geweihe der Elchbullen. Die werden wohl jedes Jahr abgestoßen und wachsen dann neu. Anhand  der Größe und der Anzahl der Verästelungen kann man in etwas das Alter bestimmen. Es war wirklich interessant und die Tiere strahlen eine unheimliche Ruhe aus. Sie sind wirklich groß, über zwei Meter. Wenn man so daneben steht, wird einem das auch bewusst.

 

Für die nächsten beiden Tage/Nächte hatte ich mir einen Campingplatz am Äsensee rausgesucht. Dort angekommen, gab es erstmal einen Kaffee und ich habe mein Buch weitergelesen. Ich hatte tatsächlich Zeit zum Lesen im Urlaub.

Morgen sollte es nochmal aufs Rad gehen. Mit Fahrrad kommt man weiter als zu Fuß. Nachdem das Wetter am Morgen noch wechselhaft war, klarte es auf. Vom Campingplatz ging es erstmal Richtung Urshult. Der Ortsname war auf einem Apfel dargestellt. Später erfuhr ich durch mehrere Informationstapfeln, dass hier ein großes Apfelanbaugebiet ist. Teilweise wird hier noch nach traditioneller Art angebaut, wo Wiesen noch mit der Sense gemäht werden.

Neben Apfelplantagen gab es  und natürliche rote Häuser, Kühe, schöne Wälder und immer wieder Ausblicke auf den See.

 

 

Der Weg führte über oder an einer alten Bahnstrecke entlang, das sah man hauptsächlich an den Brücken und in Ashult an einem alten Bahnwagon, der leider zu war. Was aber noch zahlreich zu sehen war, waren Pilze, unzählige Pilze in allen Formen und Farben. Leider kenne ich mich nicht wirklich aus, aber es waren sicher einige essbare Pilze dabei. Den Steinpilz habe  ich schon erkannt. Wollte jedoch kein Risiko eingehen und hätte auch nicht gewusst, wie ich sie transportieren sollte.

 

 

Meine Mittagspause verbrachte ich auf einem Bootssteg. Das war herrlich. Hier gibt es wenig Verbotsschilder, kaum abgesperrte Stege und man kann fast überall hin. Die Tour machte richtig viel Spaß, diesmal war keine Bundesstraße dabei, sondern hauptsächlich kleinere Straßen und Waldwege. An einer alten Eisenbahnbrücke war sogar für die Fahrradfahrer eine Pumpstation. Die Infrastruktur hier in Schweden beeindruckt mich immer wieder.

 

 

Nach einem nochmaligen kurzen Stopp am See ging es zurück zum Campingplatz. Auf dem Weg gab es viele kleine Hofverkaufsstände mit Kassen des Vertrauens. Dort konnnte man nicht nur Äpfel, sondern auch Gemüse, Blumen und Marmelade kaufen.

Auf meinem Rückweg lag noch ein kleiner Alpacka-Hof. Da hielt ich an und der Besitzer kam gleich raus. Es stellte sich schnell raus, dass er deutsch sprach. Er ist vor 9 Jahren nach Schweden ausgewandert und war seitdem nicht mehr in Deutschland. Vom Hof alleine kann er nicht leben, aber er hat mehrere Nebenjobs und es reicht zum Leben. Er wohnt auf dem Hof mit seiner schwedischen Freundin. Wir haben lange geeredet und ich habe vergessen Fotos von den Alpackas zu machen. Es war zu interessant. Er erzählte mir, dass es gar nicht so einfach ist, die schwedische Staatsbürgschaft zu bekommen. Zunächst muss man wohl mindestens 8 Jahre dort leben und  dann gibt es noch viele bürokratische Hürden, es kann durchaus 11-12 Jahre dauern. Es sei denn, man heiratet einen Schweden. Fand ich total interessant. Die Lebensmodelle sind doch alle verschieden. Zurück nach Deutschland will er nicht mehr und es gibt wohl gerade im Winter viele gemeinsame Aktivitäten im Dorf.

Spannend und interessant. Zurück am Campmingplatz lachte die Sonne und ich konnte den Tag zumindest für 1-2 Stunden dabei ausklingen lassen. Das Wetter ändert sich hier manchmal so schnell- erst Sonne, dann ein kurzer Schauer, dann wieder Sonne. Das kenn ich von Berlin nicht so.

 

 

 

Leider musste ich den Campinplatz am nächsten Tag verlassen. Ich musste zurück nach Trelleborg, wo Freitag früh meine Fähre zurück nach Rostock ging. Auf dem Weg dahin, wollte ich noch was machen, da der Stellplatz in der Nähe des Fährhafens nicht wirklich schön war, sondern einfach nur praktisch. Beim stöbern, wie ich meine Rückreise gestalte, stellte ich fest, dass das IKEA-Museum gar nicht soweit weg vom Campingplatz ist. Ich bin zwar kein eingefleischter IKEA-Shopper, aber das Museeum konnte ich mir ja anschauen. Das Museeum ist Älmhult. 

Normalerweise kostet der Eintritt wohl 60 SKR, aber ich hatte Glück und muste nichts bezahlen. Neben einer Daueraustsellung über die Ikea in Smaland, gab es auch noch zwei temporäre Ausstellungen. Es war eine nette Ausstellung über die unterschiedlichen Epochen der IKEA Geschichte, von den Anfängen als kleines Unternehmen in Smaland bis zu einem weltweiten großen Konzern. Kann man mal besuchen, wenn man in der Nähe ist. Einen kleinen IKEA-Shop gab es auch.

 

 

Danach ging es Richtung Meer, das hatte ich ja schon seit Tagen nicht mehr gesehen. Ziel war Ales Stenar, die größte erhaltene Schiffsetzung aus der germanischen Eisenzeit in Skandinavien. Die Anlage entstand vermutlich vor 1.400 Jahren. Das Gebilde ist 67 Meter lang und 19 Meter breit und besteht aus 59 großen Granitblöcken, die in Form eines Schiffes angeordnet sind. Die Granitblöcke wwaren wirklich groß, zum Teil über 2 Meter hoch. Aus der Luft hätte man die Form wahrscheinlich besser gesehen, aber auch so war es imposant.

Nach einem kleinen Spaziergang an der Steilküste, durch den Ort zum Hafen zurück, ging es wieder zum Auto. Auf dem Weg dahin, habe ich noch ein paar Surfer beobachtet. Klar sie hatten einen Neoprenanzug an. Trotzdem hatten sie meine Bewunderung, ich war bei dem Wind in Daunenjacke unterwegs und mir wäre im Traum nicht eingefallen ins Meer zu gehen.

 

 

Von hier aus hatte ich noch ca. eine Stunde Fahrzeit nach Trelleborg. Kurz vor der Ankunft ging ich noch mal tanken. Der Sprit ist viel günstiger als in Deutschland.Ich habe im Durschnitt für einen Liter Benzin 1,51 EUR bezahlt. Danach ging es noch in den Supermarkt. ich brauchte noch Käckebrot, Marabou-Schoki und einige andere Sachen, die mit nach Deutschland nehmen wollte.

Der Urlaub ist vorbei. Es waren beeindruckende Tage, an denen ich viel gesehen und erlebt habe. Es hat Spaß gemacht durch Schweden zu reisen, es ist total einfach. Die Natur ist wunderschön, alles ist releaxt und man kann soviel machen. Die Campingplätze waren alle schön, bis auf den in Stockolm, tolle  Lagen und leer. Man braucht in der Nachsaison nicht reservieren, nur schauen, ob die Plätze noch offen haben. Die Plätze sind glaube etwas teurer als in Deutschland, aber Strom und WLAN ist immer mit dabei. Dazu haben die meisten Plätze auch Küchen mit Herd, Backofen, teilweise Mikrowellen und manchmal auch Spülmaschinen. An den Abwaschbecken liegen meist auch Lappen und Bürsten. Alles ist sauber und ordentlich.

Jetzt sitze ich auf der Fähre und denke an wundervollen Tage, an die netten Gepräche - teilweise beim gemeinsamen Abwaschen, und an die schöne Natur. Das wird sicher noch etwas dauern, bis ich alles verarbeitet habe. Ich möchte auf alle Fälle nochmal wieder kommen. Dann aber länger an einigen Orten bleiben, also eine kleinere Route oder insgesamt mehr Zeit einplanen.

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.